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Fußball WM 1978 ? Das 3:2 von Cordoba und Weltmeister Argentinien

Als Hans Krankl Rundfunkreporter Edi Finger "narrisch" werden ließ


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Hans Krankl erzielte am 21. Juni 1978 beim Spiel Österreich - BR Deutschla ...
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Der deutsche Torwart Sepp Maier legt sich im Spiel Deutschland-Italien (0: ...
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Die argentinischen Spieler im Torjubel: Mario Kempes (l., vorn) erzielt di ...
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VORBERICHTE

Wien (APA) ? 30. Oktober 1977 in Izmir: Herbert Prohaska spitzelt in der 72. Minute den Ball zum 1:0 gegen die Türkei ins Netz und schießt damit Österreich nach 20-jähriger Durststrecke als Qualifikationssieger (vor der DDR, Türkei und Malta) endlich wieder zu einer WM-Endrunde, die 1978 in Argentinien stattfindet. Eine WM, die für die rot-weiß-roten Fußball-Freunde für immer mit dem Namen "Cordoba", mit dem denkwürdigen 3:2-Triumph gegen den zu diesem Zeitpunkt schon entthronten Titelverteidiger Deutschland, dem ersten nach 47 Jahren, mit den zwei sehenswerten Toren von Hans "Goleador" Krankl und dem "I werd narrisch"-Gebrüll von Rundfunkreporter Edi Finger verbunden sein wird.

TEAMKADER

Die von Helmut Senekowitsch trainierte Mannschaft war mit einem Aufgebot nach Buenos Aires geflogen, das zu den besten zählt, das jemals den ÖFB international vertrat. Neben Krankl und Prohaska repräsentierten damals auch Bruno Pezzey, Friedl Koncilia, Robert Sara, Eduard Krieger, Erich Obermayer, Kurt Jara, Willy Kreuz Klasse und auch "der Rest", wie u.a. der dynamische Jungstürmer Walter Schachner, Josef Hickersberger, Heribert Weber, Gerhard Breitenberger, Hans Pirkner, Heinrich Strasser, Franz Oberacher, Günther Happich und Hans Pirkner (der ebenfalls nominierte Roland Hattenberger kam wegen einer Verletzung nicht zum Einsatz), stellten erfolgreich ihren Mann.

Die zweite Gruppenphase wurde nach Siegen in Buenos Aires über Spanien (2:1) und Schweden (1:0) ? das 0:1 gegen Brasilien spielte keine Rolle mehr ? als Erster der Gruppe drei (damals durften nur insgesamt 16 Mannschaften an der Endrunde teilnehmen, inzwischen sind es ja bereits 32) souverän erreicht. Dann liefen die Österreicher gegen den von Ernst Happel betreuten späteren Finalisten Niederlande in ein 1:5-Debakel, setzte es gegen Italien als bessere Mannschaft eine unglückliche 0:1-Niederlage, ehe zum Ausklang der 21. Juni "passierte".

ÖSTERREICH ? DEUTSCHLAND 3:2

Karl-Heinz Rummenigge (19.) brachte die Deutschen, die mit einem Sieg noch um den dritten Platz gespielt hätten, 1:0 in Führung. Dann drehten Vogts (Eigentor/60.) und Krankl (66.) die Partie um, Hölzenbein (68.) glich noch einmal aus, doch eine tolle Solo- Vorstellung des späteren Teamchefs, der Rüssmann und Kaltz düpierte und auch Torhüter Sepp Maier keine Chance ließ, ließen Edi Finger und viele seiner Landsleute in der 88. Minute "narrisch" werden. Der Lohn des allgemein als verdient klassifizierten 3:2-Sieges waren für Österreich Rang sieben, die beste Platzierung einer österreichischen WM-Mannschaft nach Bronze 1954 und Platz vier 1934 und 2,3 Millionen Schweizer Franken (damals knapp 19 Millionen Schilling) aus dem WM-Topf. Die Deutschen wurden im letzten Bewerb unter Bundestrainer Helmut Schön Fünfte.

Der Titel blieb im Lande. Argentiniens Auswahl schaffte nicht zuletzt dank des Heimvorteils und ihres WM-Schützenkönigs Mario Kempes (sechs Tore) unter Cesar Luis "El Flaco" Menotti den großen Wurf. Übrigens trotz einer 0:1-Niederlage gegen Italien in der ersten Gruppenphase und einem 0:0 gegen Brasilien in der zweiten. Rang eins (2. Phase/GruppeB) und damit das Finale erreichten die "Gauchos" mit dem 6:0 im letzten Match gegen die bereits recht lustlosen Peruaner, was zu einem Gesamttorverhältnis von 8:0 führte. Die punktegleichen Brasilianer (6:1-Tore) mussten sich mit Rang zwei begnügen und waren entsprechend "empört". Das 2:1 im Spiel um Platz drei gegen Italien war nur ein kleiner Trost gegen den inzwischen fünffachen Weltmeister.

SPIELBERICHTE

Um den Titel durften gegen die Argentinier die Niederlande spielen. Als Sieger der Gruppe A, nachdem die Holländer die erste Gruppenphase (D) als Zweite hinter Polen nur dank der besseren Tordifferenz vor Schottland überstanden hatten. Nach 90 Minuten stand es vor knapp 80.000 Zuschauern 1:1 (Tore Kempes bzw. Nanninga), in der Verlängerung schlugen dann die Hausherren durch Kempes (104.) und Bertoni (116.) noch zwei Mal zum 3:1-Sieg zu, der ganz Argentinien in ein Tollhaus verwandelte und jeden der Kaderspieler um 500.000 Schilling, damals noch eine recht stattliche Summe, reicher machte.

Und das, nachdem die Gastgeber in der 90. Minute dem k.o. nur knapp entgangen waren, als Rob Rensenbrink die linke Stange traf. Zentimeter entschieden für Argentinien und gegen die Holländer, für die zum zweiten Mal in Folge nur "der Vize" blieb. Und auch gegen Ernst Happel, den nur für die WM als Teamchef der "Oranjes" verpflichteten Wiener, der seinem zweiten Spitznamen (neben Aschyl), nämlich "Wödmasta", somit fast gerecht geworden wäre.

Argentiniens Fußballer demonstrierten übrigens acht Jahre später in Mexiko mit dem genialen Diego Armando Maradona (Finale 3:2 gegen Deutschland), dass sie auch fern der Heimat den Titel gewinnen können. 1990 revanchierten sich dann die Deutschen unter Teamchef Franz Beckenbauer mit dem 1:0 im Römer WM-Finale an den Südamerikanern.

ERGEBNISSE UND TORSCHÜTZEN

Dieses Dossier bietet ebenfalls eine umfangreiche Sammlung der statistischen Daten, Ergebnisse, Tabellen und Torschützenlisten an.




 
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